Art der Verankerung: Beim Eindrehen der Schraube spreizt der Dübel in zwei Richtungen auf und verankert sich somit sicher im Baustoff (siehe Bild oben, 1. Dübel)
Welcher Dübel ist der richtige?
Dübelarten im Überblick
Wenn Regale, Küchenschränke oder Lampen an Wand oder Decke befestigt werden sollen, sind Dübel gefragt. Ob Spreizdübel, Universaldübel oder Federklappdübel − die kleinen Helfer sorgen dafür, dass Schrauben und Haken ausreichend Halt im Untergrund finden. Wenn Sie sich unsicher sind, welcher Dübel für Ihr Heimwerkerprojekt der richtige ist, finden Sie hier die Antwort. In unserer Übersicht stellen wir außerdem die wichtigsten Dübelarten vor.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
Welcher Dübel für welchen Untergrund?
Entscheidend für die Wahl des richtigen Dübels ist der Untergrund. Dieser besteht meist aus Beton, Mauerwerk oder Plattenbaustoff.
- Beton ist das härteste Wandmaterial. Klassische Spreizdübel haften darin sehr gut. Dasselbe gilt für alle Vollsteine mit dichtem Gefüge. Sie sind sehr druckfest und damit unproblematisch.
- Von normalen Beton zu unterscheiden ist Leichtbeton (auch Porenbeton, Kalksandstein oder Lochstein genannt). Dabei handelt es sich um Vollsteine mit porigem Gefüge − die Druckfestigkeit ist gering. Ein Spreizdübel würde darin keinen ausreichenden Halt finden. Hierfür gibt es spezielle Gasbetondübel.
- Lochsteine haben Hohlräume, die mit speziellen Dübeln überbrückt bzw. ausgefüllt werden. Greifen Sie am besten zu extra langen Spreizdübeln.
- Dasselbe gilt für Plattenbaustoffe (Spanplatten, Gipskartonplatten, etc). Sie sind zumeist dünnwandig und haben nur eine geringe Festigkeit. Hier eignen sich besonders spezielle Hohlraum- oder Plattendübel, die sich direkt an der Plattenrückseite im Hohlraum verankern.
Übrigens: Wer Schrauben in einem Untergrund aus Holz befestigen möchte, braucht natürlich keinen Dübel. Hier kann die Holzschraube direkt eingedreht werden.
Und wenn ich unsicher bin, welchen Untergrund ist habe?
Machen Sie in diesem Fall eine Bohrprobe und sehen Sie sich den Bohrstaub an:
- Heller, feiner Staub, beim Bohren muss Druck aufgewendet werden: Beton.
- Weißer, schmieriger Staub: Porenbeton
- Weißes, sandiges Bohrmehl: Kalksandstein
- Rötlicher Staub: Ziegel
- Weißes, klebriges Mehl, geringer Widerstand beim Bohren: Gipskarton
Welcher Dübel für welche Schraube? Welche Bohrlochgröße?
Hier können Sie sich an folgenden Faustregeln orientieren:
- Die Bohrlochgröße sollte so groß wie der Dübel sein.
- Die passende Schraube ist im Durchmesser immer 1−2 Nummern kleiner als der Dübel.
Beispiel: Für einen 6-er-Dübel brauchen Sie einen 6er-Bohrer sowie Schrauben mit einem Durchmesser von 4−5 mm. Auf der Dübel-Verpackung oder direkt auf dem Dübel finden Sie auch immer entsprechende Angaben, wie groß die dazugehörige Schraube sein sollte. Achtung, bei Spezialdübeln können die Maße abweichen!
Richtig dübeln: So geht's!
Wie Sie beim Bohren und Dübeln am besten vorgehen, haben wir in unserem Ratgeber Richtig bohren und dübeln anschaulich erklärt. Außerdem geben wir Antworten auf Fragen wie "Welcher Bohrer für welchen Dübel?" oder "Welche Lochgröße ist die richtige?" und geben hilfreiche Tipps.
Welcher Dübel für welches Gewicht?
Wer Regal, Hängeschrank oder Leuchte sicher montieren möchte, sollte sichergehen, dass der Dübel auf eine entsprechende Belastung ausgelegt ist. Angaben hierzu finden Sie auf manchen Packungen. Auch im Internet, bei den Herstellern, kann man hierzu fündig werden. Dass die Hersteller mit den Angaben zur Belastbarkeit zurückhaltend sind, liegt an der Unberechenbarkeit der Untergründe – selbst Beton ist nicht gleich Beton. Bei den Angaben wird immer vom Idealfall ausgegangen. Empfohlene Lasten oder maximale Gebrauchslasten beinhalten aber einen ausreichenden Sicherheitsfaktor.
Generell bietet Beton die beste Stabilität, gefolgt von Vollstein, Lochstein, Porenbeton und Gipskarton.
Als Faustregel gilt: Je größer der Dübel (und damit auch die Schraube), desto mehr Last kann er aufnehmen. Im Zweifelsfall lieber einen Dübel mehr setzen und zu einem längeren Dübel-Modell greifen.
Dübelarten im Überblick
Dübel gibt es aus Kunststoff, Stahl oder sogar als Flüssigdübel. Hochwertige Kunststoffdübel sind aus Nylon gefertigt. Hier finden Sie die wichtigsten Dübelarten im Überblick. Darüber hinaus gibt es aber noch zahlreiche Dübel für Spezialfälle − beispielsweise für Dämmstoffe, Elektrokabel, Rohre, Sanitärgegenstände oder Wärmedämmverbundsysteme (WDVS).
Klassiker für alle Fälle: Der Spreizdübel
Geeignet für: Untergründe mit festem Gefüge – beispielsweise Beton oder Vollziegel. Als Langversion (50 oder 65 mm Länge) hält er aber auch in Lochsteinen und Porenbeton.
Diese Variante (siehe Bild oben, 2. Dübel) spreizt in vier Richtungen – und übertrifft damit die Haltewerte des klassischen Spreizdübels. Der Dübel hat ein hohes Festdrehmoment, das heißt, er „zieht“ richtig.
Joker für unbekanntes Terrain: Der Universaldübel
Geeignet für: alle Situationen, in denen der Untergrund nicht bekannt ist. In der Langversion trägt er sogar hohe Lasten wie Hängeschränke, TV-Konsolen oder Waschtische.
Für Trockenbauarbeiten: Der Gipskartondübel
Geeignet für: die schnelle und einfache Montage von Bildern, Leuchten & Co. in Gipsplatten. Die Metallvariante dieses Dübels ist auch für Gipsfaserplatten (Fermacell) geeignet.
Art der Verankerung: Der Gipskartondübel hat ein selbstschneidendes Gewinde. Per Kreuzschlitz im Dübelkopf lässt er sich ganz einfach wie eine Schraube eindrehen.
Allrounder für alle Platten: Der Plattendübel
Geeignet für: die flexible Montage bei unterschiedlichen Plattenstärken und -materialien. Mit ihm lassen sich zum Beispiel kleine Wandregale, leichte Spiegelschränke und Handtuchhalter anbringen.
Art der Verankerung: Beim Anziehen der Schraube spreizt der Dübel auf und sorgt auch bei Hohlräumen für sicheren Halt. Durch die Spreizkräfte hält der Dübel auch zuverlässig in dicken Platten.
Hohlräumdübel mit optimaler Nutzlastverteilung: Der Federklappdübel
Geeignet für: die Montage in Gipskarton- und Gipsfaserplatten, Spanplatten und Hohldecken aus Ziegelstein und Beton. Die lange Gewindestange ermöglicht die Anwendung bei unterschiedlichen Plattenstärken. Die breiten Kippbalken verteilen die Last gleichmäßig. Dadurch wird eine hohe Tragfähigkeit erreicht.
Art der Verankerung: Die Tragelemente des Dübels klappen nach dem Einbringen ins Bohrloch hinter der Platte selbstständig auf.
Der Vielseitige für dicke Platten: Der Hohlraum-Metalldübel
Geeignet für: alle Platten bis ca. 5 cm Dicke. Die Spreizarme und der große Anpressradius sorgen bei diesem Dübel für eine hohe Tragfähigkeit. Mit metrischer Schraube, Sechskantschraube oder Winkelhaken ist er vielseitig anwendbar und kann mehrfach befestigt und wieder gelöst werden.
Art der Verankerung: Beim Eindrehen dringen Krallen in den Plattenbaustoff ein und verhindern ein Mitdrehen. Die Wahl der Dübelgröße muss je nach Plattenstärke erfolgen.
Für Porenbeton: Der Gasbetondübel
Geeignet für: unterschiedlichste Befestigungen in Porenbeton (Ytong), beispielsweise für die Befestigung von Fassaden- und Dachkonstruktionen oder Geländern in Porenbeton.
Art der Befestigung: Mit seinen spiralförmigen Außenrippen schneidet er sich formschlüssig in den weichen Baustoff. Das Bohrloch sollte im Drehgang gebohrt werden, also ohne Schlagbohrfunktion. Optimalen Halt garantiert die Verwendung von passenden Sicherheitsschrauben.
Für metrische Gewinde: Der Messingdübel
Geeignet für: Untergründe mit festem Gefüge – wie Beton oder Vollziegel. Während die meisten Dübel auf das Gewinde von Holzschrauben ausgelegt sind, kann dieser metrische Schrauben oder Gewindestangen aufnehmen.
Art der Verankerung: Beim Eindrehen spreizt sich der innenliegende Messingkonus auf und der Dübel verankert sich gegen die Bohrlochwand.
Installationsprofi: Der Metallspreizdübel
Besonders geeignet für: die Befestigung von Installationstechnik, beispielsweise Rohre, Rohrschellen & Co.
Art der Verankerung: Die Verzahnung verspreizt im Baustoff und sorgt für Tragfähigkeit. In Baustoffe mit geringer Festigkeit, wie Porenbeton, können die kleinen Größen dieser Dübel ohne Vorbohren direkt eingeschlagen werden.
Wenn's mal schief geht: Flüssigdübel oder Reparaturvlies
Geeignet für: alle Missgeschicke beim Bohren, beispielsweise wenn ein Bohrloch ausgerissen oder zu groß geraten ist.
Reparaturvliese werden in Wasser getaucht und dann ein- oder mehrschichtig verwendet. Das mit Spezialmörtel bedeckte Vlies ist schon nach etwa drei Minuten ausgehärtet.
Alle Zeichnungen und Fotos: Fischerwerke