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Möbel richtig restaurieren: Schäden beheben und ausbessern

Risse, Löcher & Schäden an alten Möbeln reparieren

Foto: iStock/Vitalij Sova

Wenn Teile fehlen oder das Furnier abplatzt, ist handwerkliches Geschick gefragt. Lesen Sie, wie sie schadhafte Stellen an alten Möbeln erneuern.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Risse und Löcher ausbessern
  2. Furnierschäden beheben
  3. Fehlende Teile ersetzen

Unsere Serie: Möbel richtig restaurieren

Was es außerdem zu tun gibt, erfahren Sie in den anderen Teilen unserer Serie.

Teil 1: Möbel richtig restaurieren: Grundlagen

Teil 2: Möbel richtig restaurieren: Statik

Teil 4: Möbel richtig restaurieren: Möbeloberflächen behandeln

» Sie lesen aktuell Teil 3: Möbel richtig restaurieren: Schäden beheben und ausbessern

Risse und Löcher ausbessern

Holzkitt und Co.

Feine Risse und Löcher können auf unterschiedlichste Weise gefüllt werden. Holzkitt steht in zahlreichen Holztönen zur Verfügung. Seine Verarbeitung ist einfach, der Kitt neigt jedoch dazu, brüchig zu werden. Tiefere Löcher sollten in mehreren Schichten aufgefüllt werden.

Aus einem Gemisch aus Schleifstaub und Holzleim kann ein einfacher Kitt auch selbst hergestellt werden.

Schellack und Wachsstangen

Schellack- oder Wachsstangen werden an einem ausgemusterten Bügeleisen geschmolzen, so dass die flüssige Masse in die Schadstelle tropft. So können auch etwas größere Löcher und Risse geschlossen werden. Falls das Möbel später gewachst werden soll, empfiehlt sich die Verwendung von Wachskitt. Bei einer späteren Schellackpolitur sind die Schellackstangen das Mittel der Wahl. Überschüssiges Material kann mit einem Stemmeisen vorsichtig entfernt werden.

Zwei-Komponenten Füllstoffe

Am besten haften Zwei-Komponenten Füllstoffe. Diese sind allerdings ein Produkt der chemischen Neuzeit, so dass manche Restauratoren sie ablehnen. Außerdem ist die Farbabstimmung schwierig. Mit ihnen können jedoch auch größere Lücken dauerhaft gefüllt werden. Nach dem Aushärten ist das Material sehr fest. Es ist in unterschiedlichen Farbtönen zu haben, neigt allerdings zum Verblassen.

Generell fällt eine „Flickstelle“, die eine Nuance dunkler ist, weniger auf als eine hellere. Falls der exakte Farbton nicht zu haben ist, sollten Sie also eher zur dunkleren Alternative greifen. Mit feinem Pinsel und Beize lassen sich die Flickstellen auch farblich angleichen.

Furnierschäden beheben

Bei vielen Antiquitäten bestehen die konstruktiven Teile des Möbels aus Weichholz. Das repräsentative Äußere ergibt sich durch aufgeklebtes Furnier. Mit den Jahren kann es passieren, dass das Furnier Blasen wirft, sich löst oder an den Kanten absplittert.

Blasen im Furnier

Abbildung 1: Da früher meist mit erwärmten Knochenleim geleimt wurde, haften Furniere oft wieder, wenn man sie mit dem Bügeleisen erhitzt.

Blasen, die sich durch gelöstes Furnier bilden, sind entweder mit dem bloßen Auge erkennbar oder durch leichtes Abklopfen der Oberfläche mit dem Finger hörbar.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Stellen zu reparieren: Zunächst können Sie versuchen, durch Erhitzen mit dem Bügeleisen den Knochenleim unter dem Furnier wieder anzulösen, um dadurch die erneute Haftung zu erreichen (siehe Abbildung, Tuch zwischen Bügeleisen und Holz legen).

Abbildung 2: Durch Einspritzen von Leim haften losgelöste Furniere wieder.

Sollte dies wirkungslos bleiben, können Sie mit einer Spritze (aus der Apotheke) Leim unterspritzen: Mit einer dicken Nadel wird der Leim unter die Furnierblase gespritzt. Auf die Stelle dann ein Stück Zeitung und eine Zulage legen und verspannen. Die Zeitung verhindert das Ankleben der Zulage (siehe Abbildung). Nach der Trocknung schleifen.

Fehlendes Furnier ersetzen

Löcher im Furnier können mit einem neuen Furnierstück „geflickt“ werden. Wer nicht – wie die meisten Restauratoren – auf einen Fundus historischer Furniere zurückgreifen kann, wird sich schwer tun, ein passendes Furnierstück zu finden. Die Holzart muss dieselbe wie beim Möbel sein, im Idealfall passen Maserung, Farbe und Materialstärke zur schadhaften Stelle. Was die Farbe angeht, so kann mit etwas Beize nachgeholfen werden. Wer nur dünnere Furniere zur Verfügung hat, kann zwei Furnierstreifen aufeinander leimen.

Abbildung. 3: Die Umrisse des „Flickens“ werden auf das Möbel übertragen.

Aus dem Ersatzfurnier wird mit einem scharfen Cutter der „Flicken“ ausgeschnitten. Gerade Schnitte quer zur Faser, sind auffällig und sollten vermieden werden. Der „Flicken“ wird dann auf die fehlerhafte Stelle gelegt und seine Umrisse mit feinem Bleistift übertragen (siehe Abbildung). Jetzt können die Umrisse der ausgebrochenen Stelle dem „Flicken“ exakt angepasst werden.

Das Holz an der beschädigten Stelle säubern und den „Flicken“ einleimen: Mit Zeitung, Zulage und Zwinge verspannen. Nach der Trocknung schleifen.

Fehlende Teile ersetzen

Fehlen bei einem Massivholzmöbel ganze Holzstücke, geht man ähnlich vor wie beim Ersetzen fehlenden Furniers. Zunächst gilt es, ein in Holzart, Maserung und Farbe passendes Stück Holz zu finden. Aus diesem wird das fehlende Teil möglichst passgenau ausgeschnitten. Nach dem Zuschnitt des Ersatzstücks wird dessen Form auf das Möbel übertragen und die fehlerhafte Stelle mit dem Stemmeisen angepasst, das Ersatzstück dann einleimen.

Abbildung 4: Ein fehlendes Teil wurde ersetzt und muss jetzt noch in der Form angepasst werden.

Damit die Zwinge beim Verleimen nicht abrutscht, kann es je nach Form des Möbels notwendig sein, die Zulage entsprechend zuzuschneiden. Bei geschweiften Möbeln empfiehlt es sich, die Flickstelle zunächst ohne Leimzugabe zu spannen. Nach dem Einleimen des Ersatzstücks wird seine Form mit Stemmeisen und Schleifpapier der Form des Möbels angepasst. Mit Beize kann die Farbe angeglichen werden.

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