Photovoltaik: Geringere Einspeisevergütung ab 2025

Neues Solarspitzengesetz
Im Jahr 2024 lag die Einspeisevergütung noch bei 8 Cent pro Kilowattstunde. Seitdem sollte die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen eigentlich schrittweise um 1 Prozent pro Halbjahr sinken.
Der Solarboom der letzten Jahre führte jedoch zu einer neuen Situation: Insbesondere an sonnigen Tagen wurde deutlich mehr Strom erzeugt als benötigt. Der Stromüberschuss belastete im Jahr 2024 zunehmend das öffentliche Netz. Negative Strompreise waren die Folge. Gleichzeitig wurde die Auszahlung der Einspeisevergütung für die Regierung immer teurer.
Mit dem neuen Solarspitzengesetz wurde jetzt gegengesteuert: Das bedeutet ab 2025 eine geringere Einspeisevergütung.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
Photovoltaik: Solarspitzengesetz reduziert die Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung gibt es schon seit über 20 Jahren. Sie wurde im Jahr 2000 eingeführt, um den Betreibern zu helfen, die Investitionskosten für ihre Solaranlagen zu decken. Sie sollte so den Anreiz zum Ausbau privater PV-Anlagen erhöhen. Der Staat zahlte die Einspeisevergütung für überschüssigen Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Jetzt ist die Situation aber grundsätzlich anders: Der Ausbau ist so weit fortgeschritten, dass er den Bundeshaushalt belastet. Im Jahr 2024 fielen über 18 Milliarden Euro Kosten an, um diese Einspeisevergütung zu bezahlen, Tendenz steigend.
Um eine Netzüberlastung zu vermeiden und die stetig steigenden Kosten abzufangen, trat am 25. Februar das neue Solarspitzengesetz in Kraft. Es gilt für alle seither in Betrieb gegangenen PV-Anlagen. Seitdem gilt:
Bei negativen Strompreisen wird keine Einspeisevergütung mehr gezahlt
Bisher erhielten Betreiber von Solaranlagen eine garantierte Einspeisevergütung – egal, ob das Netz den Strom gerade benötigt oder nicht. Das ändert sich jetzt. In Stromüberschusszeiten erhalten Betreiber von PV-Anlagen keine Einspeisevergütung mehr. Damit soll für PV-Anlagen-Besitzer ein Anreiz geschaffen werden, mehr Solarstrom selbst zu verbrauchen. Die Zeiträume ohne Einspeisevergütung werden nach Ablauf der 20 Jahre angehängt. (Zur Orientierung: Im Jahr 2024 gab es 457 solcher Stunden, also 19 Tage.)
Einspeisebegrenzung auf 60 Prozent für neue Anlagen ohne Smart Meter
Die Einspeisevergütung von Haushalten, die keine Steuerbox besitzen, wird auf 60 Prozent begrenzt. Hintergrund: Intelligente Steuertechnik hilft, die Einspeisung von Solarstrom besser zu steuern. Auch hier soll somit ein Anreiz zum Nachrüsten geschaffen werden.
Wichtig: Diese Regelung betrifft nur neue PV-Anlagen, die nach dem Stichtag des Gesetzes am 25. Februar 2025 in Betrieb genommen wurde. Bestehende Anlagen sind von den Neuregelungen nicht betroffen.
Was bleibt gleich?
- Die Einspeisevergütung als solches bleibt, auch die Einspeiseregeln ändern sich für bestehende Anlagen nicht rückwirkend.
- Die neue 60 Prozent-Einspeisegrenze betrifft nur neue Anlagen, die ab dem 25.02.2025 in Betrieb genommen werden.
Auch wenn ein Smart Meter (noch) nicht verpflichtend ist, hat er doch viele Vorteile: So ermöglicht er nicht nur eine höhere Einspeisevergütung, sondern unter anderem die Nutzung von dynamischen Stromtarifen, was hilft, Kosten zu sparen.

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Was gilt aktuell für die Einspeisevergütung für Photovoltaik?
Generell gilt die aktuelle Einspeisevergütung insgesamt 20 Jahre lang. Alle Anlagen, die nach den jeweiligen Stichdaten in Betrieb gegangen sind, erhalten für die nächsten 20 Jahre die aktuell geltende Vergütung.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2025?
Im Jahr 2023 war die Einspeisevergütung noch deutlich (um rund 25 Prozent) gestiegen. Im Zuge der Energiekrise (Ukrainekrieg) wurden dann aber niedrigere Vergütungssätze ab 2024 beschlossen.
Einspeisevergütung Photovoltaik ab 1. Februar 2025:
7,94 Cent pro Kilowattstunde
Was lohnt sich mehr: Einspeisevergütung oder Eigenverbrauch?

Tina Schmidt vom Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Statement: „Die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde bei kleineren Hausdachanlagen liegt bei rund 11 bis 14 Cent je Kilowattstunde. Daher ist die Einspeisevergütung selbst nicht kostendeckend“, sagt sie. „Den Gewinn erwirtschaftet der Eigenverbrauch des Solarstroms für die elektrischen Geräte im Haushalt.“
Denn: Aktuell kostet eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz ca. 35 bis 40 Cent, die Kilowattstunde Solarstrom vom Dach hingegen ca. 12 Cent. Wer seinen Solarstrom selbst verbraucht, spart somit 21 bis 29 Cent pro Kilowattstunde.
Kosten pro Kilowattstunde Strom 2024
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ca. 35 bis 40 Cent |
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ca. 12 Cent |
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ca. 8 Cent |
Wie berechnet sich der Preis für Solarstrom vom Dach?
Die Sonne liefert kostenlos Strom − einerseits stimmt das. Genau gerechnet, ergeben sich die wahren Kosten für Solarstrom vom Dach aber aus den Anschaffungskosten der PV-Anlage. Und die waren in den letzten Jahren (aufgrund von Energiekrise, hoher Nachfrage und Lieferproblemen) recht hoch.
Doch seit 2024 sinken die Preise für Photovoltaik anlagen deutlich. Für Hausdachanlagen mit einer Leistung von 10 Kilowatt (ein typischer Durchschnittswert fürs Einfamilienhaus) sind die Kosten laut Zukunft Altbau (einem Informationsprogramm des Umweltministeriums Baden-Württemberg) inzwischen von durchschnittlich rund 1.800 Euro auf nur noch 1.300 bis 1.600 Euro pro Kilowatt Leistung gesunken. Entsprechend wird die Kilowattstunde Solarstrom vom Dach günstiger.
Berücksichtigt man aktuellen Änderungen im Jahr 2024 (niedrigere Anlagenkosten + steigender Strompreis) sind laut Zukunft Altbau bis zu 6 Prozent Gewinn pro Jahr mit einer Hausdachanlage möglich.

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Lohnt sich ein Speicher?
Eine hohe Eigenverbrauchsquote lohnt sich also deutlich mehr als eine hohe Überschossquote an eingespeistem Strom. Aber vor allem bei größeren Anlagen ist ein hoher Eigenverbrauchsanteil gar nicht so einfach: Denn der Strom muss in dem Moment verbraucht werden, in dem er fließt, also wenn die Sonne scheint. Meistens liegt daher der Eigenverbrauch ohne Batteriespeicher bei nur 20 bis 25 Prozent. (Tipp: Mit dem Solarrechner der Verbraucherzentrale können Sie Ihren individuellen Wert berechnen.)
Wenn Eigenheimbesitzer einen Stromspeicher besitzen, können sie die Eigenverbrauchsquote erhöhen. Aber: Stromspeicher sind teuer, erhöhen somit auch den Strompreis und die Amortisationszeit der Anlage. In diesem Artikel geben wir eine Entscheidungshilfe, ob und unter welchen Voraussetzungen sich eine Stromspeicher lohnt »

Kosten-Check
Mit welchen Preisen muss ich beim Kauf einer Photovoltaikanlage rechnen? Wie lässt sich sparen?
Einen Marktüberblick über die aktuellen Preise für PV-Anlagen inklusive Speicher gibt der Ratgeber: Photovoltaikanlage Kosten der Wüstenrot Bausparkasse. Außerdem findet man auf der Website eine Übersicht zur staatlichen Photovoltaik-Förderung und den verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung einer PV-Anlage.
Stand: März 2025
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